Valentinstag in Japan バレンタインデイ

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In Deutschland ist der Valentinstag bekannt, als der Tag der Verliebten. Hier ist es üblich, dass die Männer den Frauen Blumen (oft Rosen), Schmuck oder auch Schokolade schenken. Oft geht man auch schick essen. In Japan sind am Valentinstag die Rollen vertauscht. Dort beschenkt die Frau den Mann bzw. die Männer.  🙂

Rollentausch zum Valentinstag

Ja, ihr habt richtig gehört – den Männern. In Japan beschenken die Frauen nicht nur ihren „Liebsten“. Es ist durchaus üblich die Arbeitskollegen, Bekannten oder Verwandte zu beschenken. Verschenkt werden übrigens keine Blumen, sondern immer Schokolade. Dunkle Schokolade und Vollmilchschokolade ist recht beliebt. Je nachdem wer beschenkt wird, gibt es kleine Unterschiede, wie nun das Schokoladen-Geschenk ausschaut.

Die Pflichtschokolade

Für Arbeitskollegen, Freunde, Klassenkameraden oder Verwandte verschenkt man die Giri-Schokolade義理チョコ die Pflichtschokolade. Diese Schokolade wird oft im Supermakrt/Kaufhaus gekauft und kann auch günstig sein. Sie wird aus einer sozialen Verpflichtung heraus geschenkt. Für Menschen die einem besonders am Herzen liegen, legt man natürlich wert auf die Qualität und auch die Verpackung der Schokolade. Daran kann der beschenkte Mann deuten, wie viel er der Dame tatsächlich bedeutet.

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Die Schokolade von Herzen

Der Liebste  bekommt die „Honmei“ 本命 チョコSchokolade. Dies kann der Mann, Freund oder auch jemand sein für den man romantische Gefühle hat und sich eine Beziehung erhofft. Diese Schokolade wird besonders benutzt um seine Gefühle auszudrücken. Es ist üblich die Honmei-Schokolade selbst herzustellen. Es gibt sogar Kochkurse die hierfür angeboten werden. 

Beliebt sind Pralinen, Trüffel aber auch Schokoladenherzen mit Botschaften aus Schokoschrift. Auf dem ersten Foto ganz oben seht ihr Nama Chocolate – besonders zartschmelzende Schokolade. Diese sind ein beliebtes Geschenk. Das Rezept für Nama Chocolate und Matcha Nama Chocolate findet ihr hier.

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Selbstgemachte Nama Chocolate

gyako-choko – hier schenken auch die Herren

Diese Art von Schokolade, ist recht neu. Sie wird auch die Gegenschokolade genannt. Diese schenken Männern, den Frauen an Valentinstag deren Zuneigung sie teilen (natürlich davon ausgehend, dass sie selber beschenkt werden 😉 …)

Die Freundschaftsschokolade und die eigene Schokolade

Die Japaner machen sich einen Spaß daraus, immer neue Gelegenheiten bzw. Themen zu finden, an denen man sich etwas schenkt oder auch feiert. So auch bei der Tomo Choko 友チョコund der My Choko  マイチョコ. Die Tomo Choko ist die Schokolade die sich Freundinnen untereinander schenken und die My Choko schenkt man sich am Valentinstag selbst. 😀

It’s all coming back – der White Day

Einen Monat später revanchieren sich die Herren am White Day ホワイトデー . Jeder Mann der beschenkt wurde, muss der Dame die ihn beschenkt hat etwas zurück geben. Natürlich handelt es sich hierbei auch um Schokolade. Diese sollte übrigens nicht minder im Wert sein, wie die Schokolade die er bekommen hat. Wer also am Valentinstag mit viel Schokolade beschenkt wurde, sollte auch viel Schokolade zurück schenken. Dies kann unter Umständen eine Herausforderung für Portemonnaie und Gedächtnis sein. Wie der Name schon sagt, wird an diesem Tag gerne weiße Schokolade aber auch Marshmallows oder Gebäck verschenkt. Schmuck, Blumen und Accessoires sind hier als Präsent immer mehr im Kommen.

White_Day_001von Flickr user mersy ( Masashi Yanagiya) (http://www.flickr.com/photos/mersy/4434400845/) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Ursprung des Valentinstag und White day in Japan

Die Süßwarenfirma Morozoff Ltd. veröffentlichte 1936 einen Zeitungsartikel, indem Japanerinnen am 14. Februar dazu aufgefordert wurden Schokolade zu verschenken. Die Tatsache, dass hier nur die Frauen aufgefordert wurden zu Schenken, war übrigens ein Übersetzungsfehler den die Firma falsch interpretierte. Dies war der erste Versuch den Valentinstag publik zu machen. Er scheiterte so wie viel weitere. Die Japaner hatten kein Interesse diesen Tag zu feiern.

Erst 1960 erlang der Valentinstag in Japan an Bedeutung. Damals startete die Süßwarenfirma Morinaga  (Morinaga  Milk Caramel, HI-CHEW, Chocoball, Ottotto) die Kampagne „Zum Valentinstag Schokolade“. 

Da die Damen nun aber leer ausgingen, rief im Jahr 1977 ein Konditor den White Day ins Leben.  Den Namen bekam der Tag, daher, dass sich die Süßwarenhersteller für diesen Tag vor allem weiße Schokolade produzieren. Mittlerweile ist hellblau auch eine beliebte Farbe für Verpackungen und Geschenke, an diesem Tag.

Peppero Day in Südkorea

In Südkorea gibt es am 11. November übrigens den Peppero Day. An diesem Tag beschenken sich Paare ebenfalls mit Schokolade. Peppero ist übrigens wie Pockys, eine Süßigkeit aus Keksstangen. In Japan wird der 11.11. ebenfalls gefeiert. An diesem Tag ist Pocky Day in Japan. Warum? Weil das Datum so aussieht, als ob man 4 Pockys nebeneinander legt. 😉

Egal wen ihr beschenkt – Ich wünsche allen einen schönen Valentinstag! Happy Valentines Day バレンタインデイ

Sarah

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7 Gedanken zu „Valentinstag in Japan バレンタインデイ

  1. Yasmin sagt:
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    Danke für diesen informativen Post :3 Das mit den verschiedenen Schokoladentypen wusste ich gar nicht! Besonders der teil über „Pflichtschokolade“ find ich sehr interessant, da Japaner ja sowieso ein anderes Verhältnis zu ihren Arbeitskollegen pflegen als die meisten im Westen. Auch der Ursprung des White Day war mit bis dato unbekannt 😀

  2. Silvia Moor sagt:
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    Ein sehr gelungener Post mit vielen neuen Infos, die ich bisher alle noch nicht wußte! Danke für die gelungene Recherche und mit deinen Lesern teilen!

    Interessant finde ich, dass meine japanische Schwägerin, die in der Schweiz lebt, den Tag ganz anders begeht: Sie läßt sich von ihrem Mann beschenken und ausführen, und sie hat auch nie berichtet, dass man in Japan ganz anders feiert. Ich schätze mal, die europäisch/US-amerikanische Version des Valentinstages hat auch einiges für sich. 😉

    Ich hoffe, du hattest einen schönen Valentinstag! 🙂

  3. Sarah sagt:
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    Ich freue mich wenn euch mein Beitrag gefällt. Ich habe tatsächlich auf einigen Seiten recherchiert um die Informationen alle zusammen zu tragen.

    Ich frage mal im Bekanntenkreis rum, ob meine Bekannten die in Japan gelebt haben diese Art des Schenkens kennen. 🙂
    Ich denke, dass nicht jeder Japaner diesen Trend mitmacht und es durchaus schick ist europäische „Bräuche“ zu leben bzw. dass der Mann ganz klassisch die Frau beschenkt.

    Da wir ohnehin „nur“ essen gehen an diesem Tag und uns nichts großes schenken (keine Blumen) wäre mir die japanische Valentinstagsversion bzw. White Day aus der sozialen Verpflichtung heraus zu kompliziert. 😀

  4. Silvia Moor sagt:
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    Man merkt, dass hinter dem Blog viel Arbeit steckt – sehr gut sind auch die Fotos dazu, da kann man sich immer gleich entsprechendes vorstellen.

    Mami (Schwägerin) mischt die Bräuche sehr, sie betont zwar, sie sei eine typische Japanerin, mir ist aber aufgefallen, dass sie von jedem Land (Japan, Schweiz) das „nimmt“, was ihr am besten gefällt. Aber das ist ja okay. Und wie du sagst, europäischer Lifestyle gilt als sehr „schick“.

    Generell finde ich japanische Lebensart und Traditionen super-interessant, vieles davon wäre mir persönlich aber – vermutlich weil nicht damit aufgewachsen – doch zu kompliziert. 🙂

  5. Sarah sagt:
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    Liebe Silvia,

    danke für dein tolles Feedback. 😀

    Ich habe auch schon oft gelesen, dass Japaner gerne Bräuche , Lebensart und Speisen aus anderen Ländern übernehmen und sie „japanisieren“ also in ihre Kultur integrieren. Sie sind ein sehr offenes Völkchen was das betrifft. Vor allem beim Essen (Yoshoku) merkt man das z. B. Wafu Pasta (Ursprung Italien), Castella (Ursprung Portugal), oder Französische Patisserie die auch als sehr schick gilt.
    Die Schweiz ist übrigens gar nicht so weit weg von mir. Ich schaue jeden Tag aus dem Wohnzimmer (jetzt gerade!) darauf. 😀

    Mir gefällt die Lebensart der Japaner auch sehr gut. Aber ich kann mir auch nur schwer vorstellen dort zu leben oder gar zu arbeiten. Da mache ich es liebe wie die Japaner und integriere deren Lebensart und Bräuche zu meinen deutschen Traditionen. 😉

  6. Silvia Moor sagt:
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    Liebe Sarah,

    sehr sehr gerne. Ich hatte auch mal einen Blog, bei dem ich mir große Mühe gab aber kaum jemand je kommentiert hat, obwohl ihn sehr viele gelesen haben. Damals habe ich mir vorgenommen, wenn etwas sehr gut gemacht ist, dann würde ich das auch entsprechend sagen, weil es sich der Autor einfach verdient. Hat auch was mit Respekt und Anerkennung zu tun, finde ich. 🙂

    Über das Thema „Japan und japanische Lebensart“ unterhalte ich mich wirklich sehr gern! Die Bräuche sind extrem interessant, aber ich glaube für jemanden, der nicht in Japan geboren ist, auch sehr kompliziert und mit vielen Fallstricken versehen. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, dort zu leben oder zu arbeiten. Auch deshalb, weil – zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach – die Japaner eigentlich (bei aller Weltoffenheit, die viele auszeichnet, vor allem wenn sie im Ausland leben) lieber unter sich bleiben und einen Nicht-Japaner, auch bei viel Höflichkeit und vielem Lächeln, nie wirklich ganz in ihre Reihen aufnehmen. Das habe ich schon oft gehört und auch persönlich immer so empfunden. Selbst meine Schwägerin, die seit 20 Jahren in Europa lebt, verbringt ihre Zeit eigentlich fast nur mit anderen JapanerInnen und lebt – in Zürich – eigentlich ihr „kleines“ Japan. Nett finde ich die Vorstellung, dass du in die Schweiz hinüberwinken kannst! Ich selbst wohne in Wien – da winkt es sich nicht so leicht. Hauptsächlich über FaceTime! 🙂

    Japanisches Essen ist übrigens für mich der absolute Hammer, so lecker und gesund. Und jetzt habe ich es endlich gemeistert, die ersten Maki selbst zu produzieren – das Rollen, Rollen, Rollen ist bisher nie gut ausgegangen. 🙂

  7. Sarah sagt:
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    Liebe Silvia,

    vielen Dank für dein Kompliment und deinen ausführlichen Kommentar. Schade, dass du das bloggen aufgegeben hast, aber ich kann deine Gründe nachvollziehen.

    Über die japanische Lebensart könnte ich mich ebenfalls stundenlang unterhalten. Ich glaube, dass alle Menschen aus anderen Kulturen in einer neuen Heimat oft Gleichgesinnte suchen und diese erst einmal bei ihren eigenen Landsleuten finden. Bei Japanern spielt da glaube ich noch mit hinein, dass viele sehr stolz auf ihre Traditionen sind und eine engere Verbundenheit zu ihren Land spüren als wir Deutschen es tun. Dies ist aber nur mein persönlicher Eindruck. Ich selber versuche hier ja auch mein eigenen kleines Japan zu leben. 😀

    Wien ist schon ein kleines Stück vom Bodensee entfernt. In Zürich ist man von mir aus glaube ich in 3 Stunden. Da bin ich mir aber nicht sicher.

    Japanisches Essen begeistert mich heute immer noch wie vor 6 Jahren als ich anfing japanisch zu kochen. Angefangen habe ich damals übrigens auch mit Sushi. Okay, das erste mal Sushi habe ich mit 16 zubereitet. Richtig viel japanisch gekocht, habe ich erst mit 22. Wenn dir die Maki zu schwer sind oder du einmal keine Zeit hast kannst du es auch mal mit Chirashi Sushi (Streu Sushi) versuchen. Da muss man nicht rollen. Die Zutaten werden einfach auf den Reis gegeben. 🙂 Die Donburi Gerichte kann ich auch empfehlen, wenn man nicht viel Zeit und Erfahrung hat.

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