Unsere Japanreise – Teil 4 (Kyoto)

Im letzten Teil unserer Japanreise geht es nach Kyoto. Dort verbrauchten wir vier Tage bevor wir wieder zurück nach Deutschland flogen. Während Tokyo/Yokohoma viele Einkaufs- und Freizeitmöglichenkeiten bot und unsere Zeit in Atami sehr erholsam war, hat uns Kyoto vor allem wegen seinem kulturellem Angebot sehr gut gefallen. Die Atmosphäre der Stadt ist nicht vergleichbar mit dem bunten Treiben in Tokyo. In Kyoto gibt es viele Sehenswürdigkeiten, Tempel und Gärten die zum verweilen und bummeln einladen. Hier könnt ihr unsere vorigen Reiseberichte lesen: Teil 1 aus Tokyo, Teil 2 aus Tokyo und Teil 3 aus Atami/Yokohama.

Mit dem Bus fuhren wir am Morgen von der Ferienwohnung zum Bahnhof in Atami. Da die Wohnung auf einem Berg lag, fuhren wir einige Serpentinen entlang, was ich mit dem Bus recht abenteuerlich empfand. 

Am Bahnhof stiegen wir schließlich um in den japanischen Hochgeschwindigkeitszug , den Shinkansen. Nicht nur Ausländer, auch Japaner sind begeistert von dem Design des Zuges wie das Foto oben beweist. An den Gleisen sind überall Absperrungen, da der Zug mit erhöhter Geschwindigkeit durch den Bahnhof fährt.

Fun Facts: Die Höchstgeschwindigkeit des Shinkansen beträgt bis zu 320 km. Er fährt seit über 50 Jahren (trotz Erdbeben) nahezu Unfallfrei und hat eine durchschnittliche Verspätung von 30 Sekunden (!). Liebe deutsche Bahn, bitte schneidet euch davon eine dicke Scheibe ab. Danke. 

Am Bahnhof haben wir uns für die Fahrt noch zwei Ekiben (Zugbento) gekauft. Hier das Ekoben meines Mannes mit Lachs, Kamaboko (Fischkuchen), Tempura, Tsukemono (Pickles) und Gemüse.

Mein Ekiben bestand aus Inari Sushi (frittierte Tofutaschen mit Reis) und Sushimaki. Dazu hatten wir gekühlten Grüntee und Gerstentee.

Wir sind ca. 3 Stunden gefahren und kamen am Nachmittag in Kyoto an. Nach einem Fußweg von 20 Minuten kamen wir in unserem Hotel an.

Wir haben uns für unsere erste Nacht in Kyoto einem Ryokan gegönnt. Ein Ryokan ist ein traditionelles Hotel mit einem Onsen (heißer Thermalquelle). Unser Ryokan hieß Ohanabo und ist eines der günstigeren Ryokan. Dafür liegt es zentral und ist nicht weit weg vom Bahnhof.

Nach einer freundlichen Begrüßung durch das Personal, wurden wir auf unser Zimmer geführt. Dort wurde uns grüner Tee und Süßigkeiten serviert. Das Gepäck wurde für uns in den ersten Stock getragen.

 

Das Ryokan ist traditionelles japanisches Haus mit Schiebetüren aus Holz und mit Tatami Strohmatten ausgelegt. Es gibt ein Gemeinschaftsbad für Männer und Frauen getrennt. Das Onsen ist ebenfalls nach Männlein und Weiblein getrennt. Leider gab es nur ein Indoor Onsen. In Atami hatten wir das Glück in einem Ryokan ein Außenonsen nutzen zu können.

Im ersten Stock gab es einen Aufenthaltsraum mit Sitzecke und Fernseher. In den Zimmern selber gab es auch einen Fernsehen, einen kleinen Kühlschrank, eine Klimaanlage und weitere Decken auf unseren Zimmern. Der Aufenthalt im Ohanabo hat uns sehr gut gefallen. Der Service war unglaublich höflich und zuvorkommend

Wie in jedem Ryokan bekommt man für den Aufenthalt einen Yukata (legeren Kimono) gestellt. Außerdem fanden wir in dem Körbchen noch viele Kosmetikproben.

Das Ohanabo liegt an einer Verkehrsstraße direkt gegenüber des Tempels Higashi Hongan ji. Besonders laut war es trotz der Straße aber nicht.

Wir beschlossen den Nachmittag für einen Spaziergang zu nutzen. Auf dem obren Foto seht ihr den Eingang des Higashi Hongan ji. Vor den Mauern des Tempels entdeckten wir einen Fischreiher, der ungeachtet des Verkehrs und der Menschen, im Gebüsch gelandet war und dort kurz verweilte.

Mein  Mann hatte schon vor recherchiert und einen Bonsailaden in Kyoto ausfindig gemacht. 

Der Laden war wirklich toll. Die Bonsaibäumchen standen, dicht an dicht – einer schöner als der andere.

In vielen Gefäßen tummelten sich kleine Fische und schwärmten aus, wenn man näher kam.

Wir hätten gerne ein paar Bäume mitgenommen, aber die Bonsai durch den Zoll zu bekommen wäre schwierig geworden. Vor der Einfuhr müssen die Bäume nämlich einige Wochen in Quarantäne bleiben, um die Gefahr auszuschließen Parasiten einzuschleppen.

Der Laden hatte auch einen kleinen Raum mit Bonsai Schalen und Zubehör.

Die Schalen waren wunderschön. Viele Keramiken hatten aber zum Teil dreistellige Preise (!).

Wie auch im Bonsaimuseum in Tokyo, dass wir am Anfang unserer Reise besucht haben, gab es einen Inu Shiba (Hunderasse). Der Hund war wohl noch sehr jung, denn er war sehr quirlig.

Am späten Nachmittag sind wir dann zurück ins Ohanabo. Da wir im Ryokan kein Abendessen mit gebucht hatten, haben wir uns eine Empfehlung geben lassen.

Das Personal empfohl uns eine Reihe an Restaurants. Unsere Wahl fiel auf ein japanisches Restaurant im Isetan Kaufhaus.

In den Schaufenstern sind die Gerichte als Plastikmodell ausgestellt. Das gibt es oft in Japan und macht es Ausländern ohne japanisch Kenntnisse leicht Essen zu bestellen.

Wir bestellen ein Menu. Als das Essen kam, war ich schier begeistert! Die Speisen sahen aus wie ein kleine Kunstwerke. Überall waren Töpfe und Schälchen mit feinen Sachen.

In der Teekanne befand sich eine klare Gemüsesuppe mit Tofu, auch Dobinmushi genannt. Auf einem Teller befand sich Tempura (frittiertes Gemüse )und Ebi Fry (frittierte Garnele).

Wenn man den Deckel des schwarzen Gefäßes öffnete fand man eine kleine Auswahl an Tsukemono (eingelegtem Gemüse). Unter der Tsukemono befand sich der Reis.

Die Speisen in den Schüsselchen waren ein Potpourri an kleinen japanischen Köstlichkeiten wie, geschmorten, Sashimi, gebratenem Tofu und Tamagoyaki (gerolltem Omelette). In dem Bambusblatt verbarg sich übrigens Mochi (Reiskuchen).

Dies ist eine Art japanischer Eierstich mit Gemüse. Man nennt ihn Chawanmushi. Er war unglaublich zart und lecker. Als Nachtisch gab es außerdem noch Anko Yokan, eine Art Wackelpudding mit feincremiger Konsistenz. Kurzum ich war im Himmel!  

Nach dem Essen erkundeten wir noch das Isetan bevor die Geschäfte schlossen.

Ein (Grüntee) Eis zum Nachtisch geht immer! 

Zurück im Ohanabo besuchten wir noch das Onsen. Das Thermalbad war leer, ich war der einzige Badegast. So genoss ich die Ruhe nach einem langen Tag. 

Am nächsten Tag frühstückten wir noch im Ryokan. Das Essen war wie am Vorabend im Restaurant sehr kunstvoll angerichtet. Leider habe ich davon kein Foto gemacht. 

Vor dem Frühstück ist mir allerdings noch ein Malheur passiert.  Ich bin nämlich stilecht im Yukata die steile Treppe runter gesegelt . Sofort war mein Mann und das Personal des Ryokan bei mir. Ich wurde mit Kühlkompressen versorgt. Außer einem riesigen blauen Fleck habe ich diese unfreiwillige Rutschpartie aber gut überstanden.

Die nächsten drei Nächte verbrachten wir im Sakura Terrace – The Gallery. Da zufällig gerade eine Servicedame vom Ohanabo vor dem Ryokan hielt, wurden wir sogar zu unserem nächsten Hotel gefahren

Das Sakura Terrace – The Gallery ist auch ein zentrales Hotel mit gutem Service. Jeden Tag hatten wir ein Freigetränk an der Bar und eine Tee-und Kaffeestation an der wir uns kostenfrei bedienen konnten. Es gibt sogar ein Gemeinschaftsbad, einen Fitnessraum und eine Gemeinschaftswaschmaschine.

Das Hotel ist schön angelegt mit vielen Sitzmöglichkeiten im Außenbereich. Bei schönem Wetter, hätten wir uns gerne draußen aufgehalten. Leider haben wir eine Taifun Warnung bekommen. In zwei Tagen sollte dieser das Festland erreichen. Wir wurden angehalten Morgen Abend lieber im Hotel zu bleiben.

Wir nutzen den Vormittag für einen Ausflug zum To-ji Temple. Vor dem Gelände des Tempels fand sogar ein Markt statt.

Trotz des starken Regens waren viele Besucher dort.

An den Ständen gab es Bonsai, Blumen, Keramiken und sogar frisches Tsukemono im Nukabett zu kaufen. Schaut ein bisschen eklig aus, nicht wahr?

An jeder Ecke gab es kleine Imbissstände.

Die Süßigkeiten sehen so schön aus. 

An einem Stand gab es Anhänger mit vielen bunten Perlen und Totoros! 

Wie an jedem Tempel gab es auch hier einen festen Stand/Gebäude mit Glücksbringern. Auf dem untersten Foto seht ihr Anhänger in Form von japanischen Schulränzen. 

Leider kann ich die Kanji Schriftzeichen nicht lesen. Ich vermute aber, dass auf dem unteren Foto Amazake (süßer alkoholfreier Sake) in den milchigen Flaschen verkauft wurde. Wenn es jemand genau weiß, kann er es gerne in die Kommentare schreiben. 

Nachtrag: Es handelt sich um Amazake. Meistens ist Amazake alkoholfrei, aber es gibt auch Sorten mit Alkohol. Danke Maurin. 

Es gab auch einen Stand mit Keramiken, der mir sehr gut gefallen hat.

Das Wetter war leider an seinem Tiefpunkt angekommen. Es regnete Bindfäden. Schade, der Park neben der Marktfläche war wunderschön angelegt mit seiner Teichanlage und der Pagode.

Wir beschlossen den Nachmittag noch einmal zum Bonsailaden vom Vortag zu gehen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem anderen Stand vorbei der (japanische Pancakes) verkauft. Es gab verschiedene Geschmacksrichtungen. Ich bestellte Hottokeki mit Ankofüllung und mein Mann mit Schokocremefüllung. Yummy!

Zurück im Bonsailaden wärmten wir uns in dem Innenraum auf. Mein Mann schaute sich nach Schalen um. Ich machte es mir auf der Sitzecke bequem.

Dafür das der Laden recht klein war, war die Auswahl an Keramik sehr groß.

Es gab sogar Besteller aus Steinen.

Schließlich verließen wir das Geschäft mit zwei schönen Schalen im Schlepptau. Da das Wetter immer noch nicht besser geworden war, beschlossen wir einkaufen zu gehen. 

Wir gingen in die Aeon Mall. Diese liegt nur 2 Gehminuten vom Sakura Terrace – The Gallery entfernt. Die Mall hat 5 Stockwerke in denen man einen Supermarkt, mehrere Geschäfte und Restaurants findet.

… ja ich wurde diesmal schwach. 

Wir bummelte für etwa 1-2 Stunden in der Mall bis wir wieder Hunger bekamen.

Die Lebensmittelabteilung hätte ich gerne in unserem Supermarkt. Es gab fertige Bento Boxen, Korokke, frittierte Lebensmittel, Salate und vieles mehr.

Wir nahmen unser Essen mit auf unser Hotelzimmer. Ich hatte Reis mit Gemüse, Kürbis, Süßkartoffel und Tsukemono.

Mein Mann hatte Sashimi, Sushi und Tamagoyaki. Zusammen haben wir uns noch einen frittierten Fisch geteilt.

Im Hotelzimmer wärmten wir uns erst einmal auf. Das Wetter war nicht nur zu nass sondern auch viel zu kalt für diese Jahreszeit. Wir hatten für unseren Urlaub eigentlich mit angenehmen 26 Grad gerechnet und auch für diese Witterung Kleidung eingepackt. Tatsächlich hatten wir aber von 12 Tagen Urlaub nur einen Tag an dem wir über 20 Grad hatten. Nämlich den Tag an dem wir in Tokyo gelandet waren. Die restliche Zeit waren es 13-16 Grad. 

Am Abend gingen wir in der Aeon Mall essen. Wir gönnten uns Okonomiyaki, die japanische Pfannkuchenpizza (frei übersetzt).

Okonomiyaki kann man mit allen möglichen Zutaten bestellen. Mein Mann hatte Okonomiyaki gefüllt mit Shrimps. Auf meinem Okonomiyaki befand sich noch ein gegrilltes Mochi. Es war super lecker!

Den Abend blieben wir im Hotel. Wir schliefen tief und fest. Der Tag mit seinen vielen Eindrücken und dem Regen hatten uns ganz schön geschafft.

Am nächsten morgen besuchten wir den Higashi Hongan-ji Tempel direkt gegenüber. Es regnete leider immer noch.

Das buddhistische Tempelgelände ist komplett aus Holz gebaut. Die Hallen dürfen nur mit Socken betreten werden. Die Pfeiler und Kanten sind zahlreich verziert.

Es ist interessant, wie unterschiedlich die Tempel sind die wir in Japan besucht haben. Während der Senso-ji Tempel in Tokyo sehr imposant und feierlich daherkam, ist der Higashi Hongan-ji eher düster und mystisch.

Auch hier gab es wieder ein Gebäude mit Souvenirs und Süßigkeiten.

Da wir nicht in der Kälte auf den Bus warten wollten, fuhren wir mit dem Taxi zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem Nijo Castle.

Da Kyoto im Mittelalter die frühere Hauptstadt Japans war, wurde die Burganlage als Sitz vom damaligen Shogun (Samuraifürsten) errichtet. Um die Burg wurden zwei rechteckige Wassergräben ausgehoben.

Innerhalb des ersten Grabens liegen Gebäuden,Gärten und ein Teehaus. Hinter dem zweiten Graben liegt dann die eigentliche Burganlage mit einem zweiten Garten.

Das Wetter konnte man sich nicht mehr schön reden. Wenn es nicht aus Kübeln gegossen hätte, wäre der Ausflug noch schöner gewesen. Die Anlage hat uns wirklich sehr gut gefallen.

Am Ende unseres Rundgang geschah es! Der Himmel klare auf und es hörte auf zu regnen.  Juhu!

Am Ende des Geländes gibt es übrigens ein Café und ein paar Souvenirstände. Dieser hier verkauft sehr schöne Matcha Schalen. 

Es gab sogar Süßigkeiten mit dem Motiv der Nijo Burg.

Es war mittlerweile Mittag geworden und wir fuhren mit dem nächsten Taxi zurück zu unserem Hotel. Im Supermarkt der Aeon Mall kauften wir und Sushi und Mochi mit Adzuki Bohnen (Reiskuchen mit süßen Bohnen).

In meiner Lunchbox hatte ich meine heißgeliebte Saba (Makrele) plus Sabamaki (Sushiröllchen mit Makrele) und dazu ein anderer marinierter Fisch. Ich glaube es war auch eine Art Makrele. 

Mein hatte sich eine Futomaki geholt – eine große Sushirolle mit vielen unterschiedlichen Zutaten. Dazu gab es hinten rechts auch noch mal die selbe Makrelenbox für uns beide.

Die Mochi haben wir nicht mehr alle geschafft! Daher verblieben noch zwei Mochi im Kühlschrank unseres Hotelzimmers.

Am Nachmittag haben wir das Einkaufszentrum und die Geschäfte im Bahnhof von Kyoto erkundet. Schaut euch mal die vielen tollen Ekiben an, die es im Bahnhof zu kaufen gibt. Und ratet mal was wir noch entdeckt haben …

Eine Ecke in der Studio Ghibli Merchandise verkauft wurde! 

Über Kinchaku (Beutel), über Origamipapier und Plüschtotoros hat man hier alles gefunden. Leider waren die Preise zum Teil ziemlich happig. Wir haben eine wunderschöne Totoro Spieluhr(für meinen Schwager), sowie einen Schlüsselanhänger und einen kleinen Plüschtotoro gekauft.

Am Abend waren wir im Coco Ichiban, einer Fast Food Kette, die spezialisiert ist auf Curry Gerichte. Man kann Beilagen wie z. B. frittierte Garnele, Schnitzel oder Kroketten dazu bestellen (schmeckt besser als es sich anhört). Sogar den Schärfegrad kann man aussuchen. Ich glaube von 1-10 sind die Abstufungen. Wir hatten 4 und 5. Diese waren angenehm scharf.

Zu unserem Curry bestellten wir Korokke (Kroketten) und Kirin Bier.

Den restlichen Abend blieben wir im Hotel, denn in der Nacht sollte der Taifun das Festland erreichen. Zum Abend hin, haben wir schon gemerkt, dass der Wind stärker wurde.

In der Nacht haben wir allerdings gut geschlafen und haben nichts vom Sturm mitbekommen.

Am nächsten morgen holte ich im Supermarkt fertige Bento zum Frühstück. Mit ca. 4-5 Euro pro Portion waren die Bentos super günstig. Das Frühstück im Hotel hätte umgerechnet pro Person 22 Euro gekostet.  Das war uns einfach zu teuer.

Zugegeben, Reis mit Tofu und Gemüse zum Frühstück muss man mögen. Das Essen war geschmacklich aber wirklich  in Ordnung. Nach knapp zwei Wochen in Japan vermissten wir allerdings unser Vollkornbrot mit Käse. Diese sind in Japan schwierig zu bekommen.

Mein Mann hatte Reis, Tempura, Ebi Fry, Tamagoyaki und Gemüse in seinem Bento. Zum „Nachtisch“ gab es eine Art Manju (süßes Teigteilchen) mit Maronencreme. Das war sehr lecker.

Das Wetter war übrigens besser geworden. Das Tiefdruckgebiet war mit dem Taifun abgezogen und es hatte aufgehört zu Regnen. Wir beschlossen daher einen Ausflug zum Tenryu-ji Tempel zu unternehmen.

Wir fuhren mit der Bahn zum Tempel. Unterwegs fiel uns auf, dass überall Gestrüpp auf den Straßen lag. Auch unsere Bahnlinie  fuhr von einem anderen Gleis. Wahrscheinlich mussten die Gleise frei geräumt werden von den Überbleibseln des Sturms.

Vor dem Tempel selber lagen kaum Blätter auf dem Boden. Die „Putzkollone“ war anscheinend schon da gewesen.

Das Gebäude des Tempels durfte man nur in Socken betreten, wie es bei fast allen Tempeln in Japan der Fall ist. Innen ist ein schönes Bild ausgestellt, dass man an einen Daruma erinnert.

Vor dem Schrein gab es einen Souvenirladen, an dem ich mir einen Schlüsselanhänger in Form eines Daruma gekauft habe.

Das Gebäude und der Garten war gut besucht. Wir genossen die ersten Sonnenstrahlen, seit langem.

Am Eingang gibt es auch einen Bereich mit einem Steingarten. Ich frage mich ob der Garten täglich neu gerecht werden muss? Es lag nicht ein Blatt im Steingarten!

Das besondere an dem eigentlichen Garten ist, dass er im 14. Jahrhundert angelegt wurde und bis heute nahezu erhalten geblieben ist.

So langsam sah man die ersten bunten Herbstboten. In Japan beginnt der „Indian Summer“ später wie bei uns in Deutschland. Der Höhepunkt der Färbung ist in Japan je nach Region Anfang November, wenn bei uns schon fast alles grau ist.

Der Garten und das Gelände haben uns sehr gut gefallen.

An einem Teich konnte man Münzen in eine Schale werfen. Hat man die Schale getroffen, bringt es wohl Glück. Mein Mann hat beim ersten und ich beim zweiten Anlauf die Schale getroffen.

Auf dem Gelände gibt es auch ein vegetarisches Zen-Restaurant. Mit über 20 Euro pro Person, war uns aber das Mittagsangebot zu teuer. Wir hatten schließlich schon ca. 7 Euro Eintritt gezahlt.

In dem Rundgang war auch der besuch des Bambuswaldes von Arashiyama mit inbegriffen. Hier hat man deutlich die Spuren des Sturm gesehen. Die hohlen Stämme des Bambus waren einfach umgeknickt.

Trotzdem war der Wald sehr schön. Man fühlt sich ganz klein, wenn man die hohen Stämme des Bambus sieht. Ich mir den Wald aber größer vorgestellt. In 2 Minuten ist man durch den „Wald“ schon durchgelaufen.

Am Ende des Bambuswaldes kann man für umgerechnet 9 Euro Eintritt den Kameyama Park besichtigen. Ein Matcha Tee plus Süßigkeit sind ebenfalls im Preis mit inbegriffen. Da wir etwas enttäuscht waren, weil der Bambuswald kein Wald, sondern nur ein kleiner Grünstreifen war, bezahlten wir den Eintritt und besichtigten den Garten.

Wir lösten erst einmal unseren Bon ein. Der Matcha und die Süßigkeit waren ganz lecker.

Die privaten Häuser und der Schrein in der Anlage waren wunderschön angelegt. Die Häuser durfte man leider nicht betreten.

Uns fiel auf, dass im Gegensatz zum Bambuswald und Tenryu-ji kaum Besucher im Park waren. Wir waren bis auf eine Hand voll Menschen, fast alleine. Besonders gut gefiel uns dieser „Mossgarten„. Das Grün wirkte so frisch und unberührt.

 

Die 9 Euro Eintritt haben sich auf jeden Fall gelohnt. Die Wege sind unglaublich schön angelegt.  

An einem Aussichtspunkt konnte man fast über ganz Kyoto schauen. 

Auf der anderen Seite des Parks hatte man einen wunderschönen Blick über den Wald von Arashiyama.

Über Treppen gelangt man hinunter zum Flussufer. Hier seht ihr eine Karte vom Gelände.

Wir gingen den Katsura Fluss entlang bis wir zur Brücke kamen. Dort erkundeten wir die Geschäfte.

Wir hatten mittlerweile Hunger und kauften uns Yuba Spieße und Senbei (Reiscracker). Der Yuba-Spieß bestand aus Tofu (Schmand vom Tofu) und war gefüllt. Bei mir mit Mayonnaise, bei meinem Mann mit Oktopus. Das hört sich jetzt vielleicht nicht so lecker an, aber es war der Hit!

Der Senbei Cracker war auch richtig gut.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof kamen wir an dem Wagashi Geschäft Kyofuzei vorbei. Die Süßigkeiten sahen aus wie kleine Kunstwerke. Pro Wagashi hat man ca. 2-4 Euro bezahlt. Ein Set kostete ca. 12 Euro und mehr.

Zurück im Hotel probierten wir die Ausbeute. Die Creme war zart wie Marzipan und angenehm süß. Irgendwie habe ich aber mehr Geschmack erwartet, für den Preis. Sie waren nicht schlecht, aber vom Hocker haben gerissen haben sie uns nicht. Die Optik ist hier wohl das Entscheidende.

Am Abend waren wir wieder im Coco Ichiban vom Vortag. Wir bestellten wieder Kare Raisu mit Korokke.

Am Abend bin ich noch mal in die Aeon Mall gegangen. 

Die Mall war fast leer und so konnte ich in Ruhe bummeln. Ich war bestimmt 2 Stunden in der Mall, bevor sie zu gemacht hat.

Im dem Supermarkt im Erdgeschoß gab es eine große Auswahl an Süßigkeiten. ich war überrascht wie günstig die Sachen waren – teilweise 1-3 Euro. Im Internet kosten die gleichen Süßigkeiten übrigens das dreifache! 

Ein Stand verkaufte Plastiknachbildungen von Essen z. B. als Haargummi oder Schlüsselanhänger. Teilweise waren echt kuriose Sachen dabei z. B. ein Spiegelei als Haarreif.

Unter anderem gab es in der Mall auch einen Uniqulo und einen Muji.

Ein Nachtisch geht immer.  Frittiertes Hefebrötchen mit Vanillecreme und Schlagsahne – so gut!

Für unseren letzten Tag in Japan hatten wir uns einiges vorgenommen. Das Wetter war seit dem Taifun wieder freundlicher und wärmer geworden. Wie ironisch!

Wir besuchten den Fushimi Inari Taisha/Schrein. Der Schrein ist eines der berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Japan. Das besondere an Fushimi Inari sind die hunderte von Toren durch die man bis auf den Gipfel des Berges laufen kann. Der Eintritt war kostenlos.

Der Menschenandrang war enorm.

Die Menschenmassen haben sich später auf den Wegen aber zerstreut. Trotzdem hat man hier eher das Gefühl mit einer Schulklasse unterwegs zu sein, weil überall Gewimmel herrscht. Soviel ich weiß hat der Schrein durchgehend geöffnet. Daher wäre es besser gleich ganz früh morgens da zu sein, um als erstes den Schrein zu besuchen.

Die sogenannten „Tori“ sind übrigens alle Spenden von Firmen und Privatleuten. Auf der Rückseite der Tori stehen die Namen des jeweiligen Spenders. Ein Tor kann man schon ab ca. 300 Euro spenden so weit ich mich erinnere. Die Großen Tori lagen bei umgerechnet ca. 1000 Euro.

Abseits des Pfades kann man überall durch den Bambuswald gehen und kleinere Schreine besuchen.

Die kleinen Schreine haben mir persönlich am besten gefallen.

Überall waren kleinere Tori und Fuchsstatuen (Inari  bedeutet nämlich Fuchs) aufgebaut. Die Menschen haben ihr Omikuji (Glücklose), die man am Tempel kaufen kann teilweise an Zweige  gebunden. Auf mich hatten diese Orte eine mystische Wirkung. Ich kann euch wirklich empfehlen abseits der Wege, die kleinen Ecken zu erkunden. 

An anderen Schreinen auf dem Gelände, konnte man seine Wünsche auf Holztafeln schreiben und Glücksbringer kaufen.

Der Aufstieg zum Gipfel dauert übrigens 2-4 Stunden, je nach Andrang. Wir sind nicht bis zum Gipfel gewandert, da wir noch andere Sehenswürdigkeiten besichtigen wollten und uns zu viel Gewimmel war. Nach mehreren Tagen in Japan gehen einem die Menschenmassen teilweise schon auf die Nerven. 

Wieder unten angekommen kauften wir uns frittierte Kartoffelspiralen . Sehr lecker!

Wir fuhren mit der Bahn zum benachbarten Tofuku-ji Tempel. Der  Zen-Tempel war deutlich weniger besucht, aber nicht minder sehenswert. Der Eintritt kostete ca. 6 Euro.

Im Tempel selber hieß es wieder- Schuhe aus.

Am Eingang gab es einen sehr schönen Steingarten zu bewundern.

Die Felsen in dem Steingarten sollen stilisierte Landschaften darstellen, so viel ich weiß. Das Gebäude und die Anlage sind nicht so farbenfroh wie etwa der Fushimi Inari Schrein oder der Senso ji Tempel  in Toyko. Aber ich mag gerade das ruhige, zurückgenommene Zusammenspiel des Holzes, der Steine und des Mooses.

 

Bekannt ist Tofuku-ji auch für diese Moos-Kachelinstallation.

Schaut es nicht schön aus? Ich mag Moos. 

Das Gebäude selber hat uns auch sehr gut gefallen. Es versprüht seinen eigenen (Zen)-Charme.  Wir können euch einen Besuch im Tofuku-ji Tempel auf jeden Fall weiter empfehlen. 

Mittlerweile war es früher Nachmittag geworden. Wir sind der Bahn ins berühmte (Geisha) Viertel Gion gefahren. Bevor wir das Viertel erkundeten, sind wir erst mal Mittagessen gegangen.

Wir waren wieder bei Coco Ichiban essen.  Ja, wir haben einfach nicht genug von  Kare Raisu bekommen.

Leider haben wir keine einzige Geisha oder Maiko in Gion gesehen. Dies ist wohl (tagsüber) recht selten. Dafür hat man viele Touristen in geliehenen Yukata gesehen.

Trotzdem ist das Viertel mit seinen schönen alten Holzhäuschen, Geschäften und Schreinen  schön zum spazieren gehen.

An diesem Schrein hat jemand viele Origami Kraniche gefaltet. Ob es wohl 1000 sind? Dann bekommt man nämlich einen Wunsch erfüllt. 

In der Nähe eines Parks haben wir einige Katzen entdeckt.

In dem Park selber war ein Mönch, der Flöte gespielt hat.

Nach dem Ausflug nach Gion sind wir wieder zurück ins Hotel gefahren und haben unsere Koffer gepackt.

Abends haben wir im Conbini Onigiri mit Thunfisch und Nikuman (Hefeteigbrötchen) gekauft. Die Nikuman waren mit Curry und mit Kürbis gefüllt. Die Curryfüllung war sehr lecker.

Am nächsten Morgen sind wir mit dem Zug 40 Minuten zum Flughafen nach Osaka gefahren. Von dort sind wir wieder mit Finnair über Helsinki nach München zurück geflogen.  

Mit der Reise nach Japan ging für mich ein Lebenstraum in Erfüllung. Ich habe die Zeit dort sehr genossen, aber ich war auch froh nach Hause zu kommen. Längere Zeit im Hotel bzw. aus dem Koffer zu leben ist einfach nicht mein Ding. Dennoch bekomme ich wieder Fernweh wenn ich die Fotos sehe bzw. vermisse ich vieles aus Japan: die schönen Gärten, die Architektur, das Essen, die Conbinis und die Einkaufsmöglichkeiten.

Abschließend kann ich sagen, dass jede Reisestation (Tokyo, Yokohama, Atami, Kyoto) seinen eigenen Charme hatte. Vor allem die Zeit in der Ferienwohnung bei Freunden war sehr schön nach den Menschenmassen in Toyko. Würde ich noch einmal nach Japan reisen, würde ich gerne noch Hiroshima und Nara sehen wollen. Aber Kyoto würde bei mir auch wieder auf dem Reiseplan stehen. Dort gibt es viele traditionelle Sehenswürdigkeiten.

Ich hoffe meine Reiseberichte haben euch gefallen. Falls ihr noch Fragen oder Anmerkungen habt, lasst es mich in den Kommentaren wissen. Ich plane noch einen Beitrag über unsere Souvenirs/Ausbeute aus Japan zu schreiben sowie einen Beitrag über Conbinis. Sarah

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2 Gedanken zu „Unsere Japanreise – Teil 4 (Kyoto)

  1. Maurin sagt:

    Hallo Sarah,
    erstmal danke für deine wunderschönen Reiseeinträge und die vielen Fotos. Ich habe es sehr genossen gedanklich wieder dort zu sein, besonders wenn man an dem ein oder anderen Ort schon war und man dann merkt „oh das hat sich aber verändert“ oder „wow das sieht immer noch genau so aus“. ^-^

    Ja, es handelt sich um Amazake und zwar alkoholfreien (Laut dem Schild アルコール ゼロ). Nicht alle Amazake sind jedoch alkoholfrei. In meinen Kühlschrank tummeln sich von Hinamatsu noch 3 Sorten nicht alkoholfreier. Ich habe in Stuttgart als wir beim Izumi waren nicht richtig drauf geachtet -.- .

    Zu den Wagashi, ja die meisten schmecken sehr ähnlich, eben weil sie den Geschmack des Tees hervorheben sollen bei der Teezeremonie. Ich kenne sehr wenige Japaner die sie einfach so ohne Tee (Zeremonie) genießen. Ich esse sie auch ab und zu mal so, aber wie du schon sagst, geschmacklich sind sie nicht sehr ausgefallen. Das gilt nicht nur für deine abgebildeten Omogashi (Hauptsüßigkeit), sondern auch für Higashi. Aber klar das ist natürlich nur meine Meinung. Ach ich komme schon wieder viel zu Lehrerhaft rüber. Ich koche mir jetzt noch einen Matcha und genieße weiterhin deinen Blog. ^.^

    LG Maurin

  2. Sarah sagt:

    Hallo Maurin,

    danke für deinen Kommentar! Das freut mich sehr, dass dir meine Reiseberichte gefallen haben. 🙂 Ich erinnere mich auch gerne an die Zeit in Japan zurück.

    Danke für die Info bezüglich des Amazake. Ich habe es im Beitrag nachgetragen. Ich dachte immer, dass Amazake alkoholfrei sind bzw. habe ich noch nie einen Amazake mit Alkohol gesehen.

    Da habe ich wieder was gelernt bei den Wagashi. Ich dachte sie unterscheiden sich sehr, aber jetzt verstehe ich, dass der Tee auch hier im Vordergrund stehen soll. Aber allein wegen der Optik musste ich sie probieren. 😀 Geschmacklich bleibe ich aber lieber bei selbst gemachten Süßigkeiten wie Mitarashi Dango, Ichigo Daifuku und Dorayaki. Da kommt bisher einfach nix ran.

    Ich habe mir kürzlich einen neuen Chasen gegönnt. Diesmal in dunkelbrauner Optik. Ich freue mich schon ihn einzuweihen. 😉

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