Unse­re Jap­an­rei­se 2017 — Teil 1

Nach­dem wir und nun durch die Unmen­gen von Fotos gekämpft haben, kommt hier nun der ers­te Bericht unse­rer Jap­an­rei­se. Wir waren für 14 Tage in Japan und haben Tokyo, Yoko­ha­ma, Ata­mi und Kyo­to besucht. Neben den Rei­se­be­rich­ten  wer­de ich noch einen Bei­trag über Rei­se­tipps schrei­ben bzw. Din­ge, die uns gehol­fen haben und wie wir unse­re Rei­se geplant haben.

Am Mitt­woch den 11. Okto­ber begann unse­re Rei­se. Wir sind über Mün­chen nach Hel­sin­ki geflo­gen. Dort hat­ten wir eine Stun­de Auf­ent­halt und sind dann wei­ter nach Tokyo geflo­gen. Am Don­ners­tag um 8:15 Uhr Orts­zeit sind wir in Tokyo Nari­ta Air­port gelan­det.

Mit dem Bus sind wir wei­ter nach Tokyo Shina­ga­wa gefah­ren. Da wir noch einen kom­plet­ten Tag vor uns hat­ten, haben wir unser Gepäck im Hotel (Dai­wa Roy­net Osa­ki) abge­stellt und die Gegend erkun­det. In der Nähe gibt es eini­ge klei­ne aber fei­ne Parks und ein Ein­kaufs­zen­trum.

Mit dem Hotel waren wir sehr zufrie­den. Auf dem Zim­mer hat­ten wir sogar einen kos­ten­lo­sen Mas­sa­ge­ses­sel, den wir nach dem lan­gem Flug ger­ne genutzt haben. 

Roba­ta­ya­ki Restau­rant

Abend sind wir mit einem Freund, der in Japan lebt in ein Roba­ta­ya­ki-Restau­rant gegan­gen. Roba­ta­ya­ki ist ein Art japa­ni­sches Bar­be­cue Restau­rant, in dem auch Gemü­se und Fisch gegrillt wer­den.

Das Restau­rant war recht klein. In der Mit­te stand der Koch an einem Grill und schiebt den Gäs­ten die fer­ti­gen Gerich­te auf einem Holz­ta­blett mit lan­gem Stiel (sie­he links auf dem Foto) zu.

In der Aus­la­ge sucht man sich Fisch und Gemü­se aus. Die­se wer­den dann in der Mit­te auf einem Grill zube­rei­tet oder in einem Topf dane­ben frit­tiert.

Es ist alles recht ein­fach und unkom­pli­ziert gehal­ten und ein Ort wo Ein­hei­mi­sche essen. Lei­der kön­nen mein Mann ich kaum japa­nisch und der Koch kein Wort eng­lisch. Dafür hat unse­re Beglei­tung für uns über­setzt.

Der Koch führt das Lokal wohl schon seit 40 Jah­ren und zau­bert aus ein­fachs­ten Zuta­ten ein lecke­res Essen.

Zu Beginn hat­ten wir gegrill­te Kar­tof­fel mit  But­ter.

Danach eine Gemü­se­zwie­bel mit herz­haf­ter Sau­ce. Jetzt ver­steht ihr viel­leicht, was ich mit ein­fach mei­ne.   Und trotz­dem war es sooo lecker!

Als nächs­tes gab es San­ma — eine Art Makre­le. Eben­falls sehr lecker! Dazu wur­de gerie­be­ner Dai­kon-Ret­tich und Zitro­ne gereicht. Geges­sen haben wir alles mit Stäb­chen.

Als zwei­ten Lecker­bis­sen hat­ten wir frit­tier­te Gar­ne­le auf Weiß­kohl­strei­fen mit Zitro­ne und Senf. Die Gar­ne­le war rie­sig und sehr cris­py!

Zum Abschluss woll­te ich noch Tofu pro­bie­ren. Wenn ich mich rich­tig erin­ne­re, war es aber eine Art gepress­ter und gebra­te­ner Fisch­ku­chen mit Früh­lings­zwie­beln. Eben­falls sehr lecker und mild im Geschmack.

Den Abend lie­ßen wir dann bei Sake und Bier aus­klin­gen.

Zwi­schen­durch reich­te uns der Koch frit­tier­te Süß­kar­tof­fel­chips. Sie waren schön crun­chy. Ich wünsch­te wir hät­ten in Deutsch­land auch so ein Restau­rant! Es war ein tol­les Erleb­nis.

Das Essen war übri­gens in Ord­nung vom Preis. Umge­rech­net haben wir pro Per­son ca. 35 Euro mit Geträn­ken bezahlt. 

ShUnkaen Bon­sai­mu­se­um

Da mein Mann ein gro­ßer Bon­sai-fan ist, sind wir am nächs­ten Tag mit der Stra­ßen­bahn ins Vier­tel Edo­ga­wa gefah­ren um das Shunkaen Bon­sai Muse­um zu besu­chen.

Ich glau­be der Ein­tritt hat  800 Yen gekos­tet (und war es auf jeden Fall wert!). Umge­rech­net sind das ca. 7 Euro.

Der Grün­der und Inha­ber Kunio Koba­ya­shi beschäf­tigt sich seid über 30 Jah­ren mit Bon­sai. Das Muse­um zeigt unter frei­em Him­mel mehr als 100 Bäu­me — teil­wei­se über 800 Jah­re alt. Das Gelän­de wür­de ich aber eher als Innen­hof mit Tee­haus als, als Muse­um bezeich­nen.

Es gibt sogar einen schö­nen Teich mit rie­si­gen Kois.

Die wei­ßen Kois waren beson­ders neugierig/hungrig. 

Rela­tiv schnell wur­den wir von einem jun­gem Mit­ar­bei­ter es Muse­ums ange­spro­chen. Die­ser gab uns dar­auf­hin in per­fek­tem Eng­lisch eine Füh­rung durch das Gelän­de und das Haus.

Das Haus wur­de erst vor ein paar Jah­ren im tra­di­tio­nel­lem Stil errich­tet und ist eben­falls sehr sehens­wert.

Es gibt eini­ge Tata­mi Zim­mer mit Bon­sai zu bestau­nen. Der jun­ge Mann hat sich über eine hal­be Stun­de für mei­nem Mann und mich Zeit genom­men und uns viel erklärt und gezeigt.

Die Füh­rung ist im Preis mit inbe­grif­fen. Es gibt auch eine Füh­rung mit Tee­ze­re­mo­nie. Die­se kos­tet aber bestimmt Auf­preis.

Am Ende haben wir Tee und eine klei­ne Pflan­ze bekom­men.  Das Per­so­nal war sehr freund­lich und hat sich sehr viel Zeit für uns genom­men.

Mein Mann hat noch ein paar signier­te Bücher von Koba­ya­shi gekauft. Herr Koba­ya­shi haben wir lei­der nicht ange­trof­fen, da er gera­de auf einer Ver­an­stal­tung im Aus­land war.

Der Ort ist sehr ruhig und nur wenig Besu­cher waren anwe­send. Wenn man vom Groß­stadt­tru­bel abschal­ten möch­te, ist das Muse­um genau das Rich­ti­ge.

Die Atmo­sphä­re hat uns wirk­lich gut gefal­len. Man hat sich gleich will­kom­men und wohl gefühlt.

Von den Ter­as­sen aus konn­te man fast das gan­ze Gelän­de sehen. Rechts hin­ten ging es wei­ter in einen klei­ne­ren Innen­hof mit ange­leg­tem Bach­lauf.

Das Alter, die Grö­ße und die Ver­zwei­gung der Bäu­me war sehr beein­dru­ckend.

Wir haben bestimmt 4 Stun­den in dem Muse­um ver­bracht. Ich kann mir gut vor­stel­len zu einer ande­ren Jah­res­zeit die Bäu­me noch ein­mal an zuse­hen. Es war ein sehr schö­ner Tag.

Lei­der hat­ten wir wäh­rend unse­rer Rei­se kein Glück mit dem Wet­ter. Es hat oft gereg­net und sich auf 15 Grad abge­kühlt. Üblich sind in Tokyo 20–25 Grad im Okto­ber. Daher hat­ten wir auch zu die­ser Zeit unse­re Rei­se gebucht, aber man kann halt nicht alles pla­nen.  

Sashi­mi Restau­rant Toji­ma­ya

Abends waren wir mit Freun­den im Toji­ma­ya, einem klei­nem Restau­rant in Gin­za. Dort gibt es Sashi­mi Spe­zia­li­tä­ten in sehr hoher Qua­li­tät.

Als Vor­spei­se gab es gegar­tes Wur­zel­ge­mü­se. Ich glau­be es waren Taro Kar­tof­feln. Sie haben ähn­lich wie Kar­tof­feln geschmeckt, aber etwas süßer. Auf jeden Fall sehr lecker.

Danach haben wir einen Tel­ler mit unter­schied­li­chem Sashi­mi ser­viert bekom­men. Von die­sem Tel­ler konn­te sich jeder selbst bedie­nen.

Jeder Fisch hat anders geschmeckt. Eini­ge Sor­ten waren zart und saf­tig, ande­re waren eher fest und kräf­tig im Geschmack. So guten Fisch habe ich noch nie zuvor geges­sen. Es war ein Erleb­nis! Jeden Mor­gen kau­fen die zwei jun­gen Köche des Restau­rants den Fisch frisch vom Tsuki­ji Fisch­markt in Tokyo, und das schmeckt man.

Dazu wur­de Zitro­ne, Soja­sauce und Was­a­bi ser­viert. Auf dem Tel­ler mit dem Fisch waren außer­dem geschnit­te­ner Ret­tich und grü­ne Shi­so Blät­ter. Bei­des fin­de ich sehr lecker zu Sashi­mi.

Kein guter Abend ohne Sake! Die Kell­ne­rin hat den Reis­wein geübt in ein Glas geschenkt und über­lau­fen las­sen, so dass sich das qua­dra­ti­sche Trink­ge­fäß (Masu) eben­falls zum Rand gefüllt hat — ohne einen Trop­fen zu ver­schüt­ten. 

Wei­ter ging es mit einem Salat, Tem­pura (frit­tier­tem Gemü­se) und Tofu mit gekoch­tem Gemü­se. Mit Stäb­chen hat sich jeder nach Belie­ben bedient.

Dazu gab es noch Soja­sauce, Mayon­nai­se und Salz. Es war ein­fach köst­lich.

Pro Per­son haben wir mit Geträn­ken umge­rech­net 50–60 Euro bezahlt. Dafür schmeckt man aber die Qua­li­tät der Spei­sen. Es war ganz groß­ar­tig!  

Spä­ter sind wir auf  im Gin­za Six Buil­ding ganz nach oben auf die Dach­ter­ras­se gefah­ren. Dort hat man kos­ten­los einen guten Blick auf den Tokyo Tower.

Wenn man möch­te kann man an der Bar ein paar Drinks bestel­len und es sich auf der ange­leg­ten Grün­flä­che bequem machen.

  

In Gin­za gibt es eini­ge (hoch­prei­si­ge) Geschäf­te. Hier seht ihr das sechs­stö­cki­ge (!) UNIQLO von Gin­za.

Bekannt ist auch noch das Kabuki­za, das größ­te Kabu­ki Thea­ter Japans. Das alte Gebäu­de wirkt ganz fremd zwi­schen den vie­len Hoch­häu­sern. Ein Bild wel­ches man oft in Japan sieht — Tra­di­ti­on trifft Moder­ne.

In die­sem Sin­ne hof­fe ich, dass euch mein ers­ter Rei­se­be­richt gefal­len hat. Bald geht es wei­ter mit dem 2. Teil mei­nes Rei­se­be­richts.  

Bis dahin alles Lie­be!

Sarah

4 Gedanken zu „Unse­re Jap­an­rei­se 2017 — Teil 1

  1. Sylvia sagt:

    Ein wun­der­schö­ner Bericht mit Klas­se Fotos. Egal ob die Bon­sais oder die Gerich­te, man weiß nicht was man zuerst bewun­dern soll. Bin gespannt auf den nächs­ten Teil.

  2. Sarah sagt:

    Dan­ke Syl­via für den lie­ben Kom­men­tar! Dann hat sich die Akti­on mit den Aus­sor­tie­ren der Fotos ja gelohnt. Puh! 🙂

  3. Nicole sagt:

    Ein schö­ner Bericht mit ganz tol­len Fotos, nicht zu lang und nicht zu kurz, so liest es sich ger­ne, ich freue mich schon auf den 2. Teil 🙂

  4. Sarah sagt:

    Dan­ke­schön für den Kom­men­tar, Nico­le. Ich hat­te den Bericht erst län­ger geplant — jede Stadt ein Bericht. Doch das wäre viel zu lang gewor­den. So ist es jetzt bes­ser auf­ge­teilt. 🙂

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