Kagami Mochi 鏡餅

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Kagami Mochi (Spiegel-Reiskuchen) ist eine Dekoration des japanischen Neujahrsfestes (Shogatsu 正月). Zwei Reiskuchen werden aufeinander gesetzt. Darauf kommt eine Daidai, eine japanische Bitterorange. Das Kagami Mochi stellt man um Neujahr auf den Hausaltar und wird im neuen Jahr gegessen. Dieses Jahr habe ich auch endlich Kagami Mochi zubereitet. Es ist ganz einfach und besonders gegrillt schmeckt Mochi sehr lecker!

Zutaten für ein Kagami Mochi (2 Personen)

  • 150g Mochiko (japanisches Klebreismehl)
  • 150ml Wasser
Muss ich Mochiko für kagami mochi verwenden?

Ja, Mochiko ist für dieses Rezept unersetzlich. Mit Shiratamako, Joshinko oder andem Reismehl habe ich das Rezept noch nicht ausprobiert. Ich würde hier aber keine Experimente machen. Das Mochi muss nämlich ein paar Tage liegen bleiben und fest werden. Außen ist das dann zwar fest, aber innen noch weich und kann ohne Probleme in der Pfanne gegrillt und verzehrt werden, ähnlich wie Kirimochi (eingeschweißten, festen Mochi zum Aufbacken). Dies ist wahrscheinlich mit anderen Reissorten schwierig. Mochiko bekommt ihr Online bei Dae Yang, Shochiku oder bei Japan Centre. 

Als ersten gebt ihr das Wasser in 2-3 Schritten zum Mochiko und verrührt alles gut bis ihr einen glatten Teig habt. Gebt ihr das Wasser auf einmal hinzu, können Klümpchen entstehen.

Nun könnt ihr den Teig in einem Dämpfer garen oder in der Mikrowelle. Ich habe die Mikrowelle benutzt. Dafür gebt ihr den Teig in ein Mikrowellen geeigneten Gefäß und deckt es mit Klarsichtfolie ab. Nun gart ihr den Teig 5 Minuten auf mittlerer Stufe (bei mir Stufe 6 von 9). Danach nehmt ihr in raus, rührt in um und gart ihn wieder bei 5 Minuten. Nun sollte der Teig schon sehr klebrig sein und milchig. Gebt ihn nun noch einmal für 1-3 Minuten in die Mikrowelle bis er durchsichtig und etwas fester wird. Dann ist er gut.

Gebt den Teig nun auf ein Backpapier das ihr vorher mit mit Salzwasser besprenkelt habt. Auch eure Hände müsst ihr mit Salzwasser einreiben, denn nun wird geknetet. Dazu lasst ihr am besten eine Schale mit Salzwasser neben euch stehen. Das noch warme Mochi muss nun etwa 2 Minuten durchgeknetet werden. Es ist wichtig, dass es noch warm ist, sonst ist es nicht mehr elastisch. Zum Kneten falte ich das Mochi mehrmals übereinander bis man eine glatte Oberfläche erhält. Es klebt höllisch, daher müsst ihr eure Hände zwischendurch immer wieder befeuchten. Am Ende formt ihr zwei flache Kugeln aus dem Mochi und setzt sie aufeinander. Ich habe noch etwas Stärke darüber gegeben, aber das ist optional.

Das Mochi könnt ihr jetzt an einem kühlen und trockenen Ort aufstellen (nicht im Kühlschrank). Ich habe es einfach auf den Küchentisch gestellt und mit einer Clementine dekoriert.

Nach 2-3 Tagen sollte das Mochi nun außen fest geworden sein. Nun könnt ihr es nehmen und in zwei Hälften brechen. In Japan nennt man das „den Spiegel öffnen“ . Nun könnt ihr es in einer Pfanne oder Grill kurz auf beiden Seiten grillen. Diese Art von Mochi wird im Gegensatz zu anderen Mochi herzhaft gegessen. Traditionell kommt es in die Neujahrssuppe, Zoni genannt. Hier geht es zum Rezept für Zoni.

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Eine andere leckere Variante ist Isobe Maki. Dazu wickelt ihr das Mochi in Nori-Seetang und gebt Sojasauce darüber. Nach Belieben könnt ihr die Sojasauce mit Zucker erwärmen ( in der Mikrowelle) und das Mochi damit würzen oder dippen. Wenn ihr Mitarashi-Dango mögt, dann kann ich euch diese Variante sehr ans Herz legen. Ich liebe es! Außen ist es schön knusprig und innen weich. Dazu die süße Sojasauce und das Nori – Mhhmmm einfach köstlich!

welche bedeutung hat die neujahrsdekoration in japan?

In Japan kann man an Jahresende überall fertig verpackte Mochi kaufen. Hier findet ihr ein paar schöne Bilder dazu. Selten wird Kagami Mochi noch selbst zu Hause hergestellt.

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Quelle: „迎春 お鏡もち (80836278)“ by Jeremy Hall.

Das traditionelle Mochi wird mit der Daidai (Bitterorange mit Grün) auf der Spitze dekoriert, die das Fortleben von Generation zu Generation darstellen soll. Manchmal wird noch ein kleiner Fächer daran befestigt.

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Quelle: Links, „Kagami mochi by midorisyu“ by midorisyu – Flickr. Rechts, „鏡餅 (4296045959)“ by Banzai Hiroaki.

Unter dem Mochi kann man noch einen Streifen Kombu Seetang befinden sowie und getrocknete Kakistücke, die auf einen Spieß aufgesteckt werden.

Das Mochi wird auf auf ein Blatt Papier gesetzt (四方紅, shihōbeni). Dies soll Feuer fernhalten. Feuer war in früherer Zeit in Japan sehr gefährlich, da die traditionellen Häuser aus Holz und Papierwänden gebaut wurden und schnell ganze Viertel zerstört werden konnten.

Des weiteren wird unter das Mochi gerne zwei Farnblätter gelegt. Das Ganze wird dann auf einen Ständer gesetzt der sampō (三宝, drei Schätze) genannt wird.  Oft wird das ganze noch mit dünnen, glänzenden Drahtknoten aus gold und rot verziert. Manchmal sieht man auch Papierstreifen, die in Form eines Blitzes (Shide) gefaltet werden. Diese Papiersteifen sieht man ebenfalls in japanischen Tempeln. Die Mochi sollen das Kommen und Gehen der Jahre, sowie das Ying und Yang und Sonne und Mond darstellen.

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Ich habe leider keine traditionelle japanische Dekoration für Mochi, daher habe ich zwei kleine japanische Pappmaché Püppchen daneben gestellt. Ich finde sie sehr niedlich. Ich glaube sie sollen ein Ehepaar darstellen. Anstatt der Daidai habe ich wie schon oben beschrieben eine Clementine mit Grün genommen. Sie hat perfekt auf das Mochi gepasst. 🙂 Ich hoffe ich konnte euch für das japanische Neujahr sowie für Kagami Mochi begeistern? Vor allem als Isobe Maki schmeckt es wirklich lecker! Probiert es einmal aus.

Sarah

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