Japanischen Reis kochen 米

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In Japan ist Reis das wichtigste Lebensmittel, welches zu fast jeder Mahlzeit gereicht wird. Japanischer Reis ist ein Rundkornreis, ähnlich wie bei uns Milchreis. Er hat im Gegensatz zum Langkornreis eine klebrigere Konsistenz. Somit lässt er sich gut mit Stäbchen essen oder zu Sushi oder Onigiri (Reisbällchen) weiterverarbeiten. Bei der Zubereitung von japanischem Reis sollte man ein paar Grundsätze beachten.

Für 2 Personen:

  • 1 Tasse Sushireis (ca. 300g)
  • optional Kombu

Japanischen Reis bekommt ihr im Asialaden, manchmal auch im Supermarkt. Er ist oft als „Sushi-Reis“ deklariert. Ich bevorzuge den Reis Yume Nishiki Super Premium. Gute Erfahrungen habe ich auch mit Shinode und Kotobuki bemacht. Zur Not geht auch Milchreis. Wichtig ist, dass es ein Kurzkornreis ist. Nehmt bitte keinen Langkornreis, Basmatireis, Risottoreis oder Jasminreis. Das ist nicht das gleiche. 

Zuerst gibt man den Reis in eine Schüssel mit Wasser. Dort schaufelt man den Reis kurz mit den Händen durch das Wasser. Danach gießt das trübe Wasser ab und füllt frisches Wasser hinein. Diesen Vorgang wiederholt man 3-4 mal. Zweck davon ist, dass die Stärke abgewaschen wird, die den Reis später schleimig werden lässt.

Nach dem Waschen gibt man den Reis in einem Topf mit frischem Wasser. Das Verhältnis beträgt 1 Tasse Reis zu je 1,5 Tassen Wasser. Kein Salz hinzu geben! Vielen Leute lassen den Reis 10-15 Minuten quellen, damit er sein volles Aroma entfaltet.

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Optional könnt ihr noch einen Streifen Kombu (Alge) zum kochen hinzugeben. Schneidet dafür etwas Kombu zurecht (ca. 7cm) und wascht dieses mit einem Küchentuch vorher kurz ab und gebt ihn mit in das Kochwasser. Kurz vor dem Kochen könnt ihr ihn wieder heraus nehmen, er hat dann schon seine Geschmacksstoffe abgegeben. Durch das Kochen wird er nämlich schleimig was nicht so lecker ist.

Den Topf mit einen Deckel dicht verschließen. Jetzt stellt man den Herd auf die höchste Stufe und wartet, bis das Wasser anfängt zu kochen. Nicht mit offenem Deckel kochen, sonst wird der Reis nicht optimal gedämpft. Wenn das Wasser kocht, auf eine niedrige Stufe zurück schalten. Praktisch ist hier ein Topf mit Glasdeckel, so könnt ihr besser sehen wann der Reis kocht.

Nach ein paar Minuten wird das Wasser soweit vom Reis aufgesogen sein, dass Blasen aufsteigen. Nun kann man den Herd ausmachen. Die Restwärme der Herdplatte wird den Topf weiter erwärmen. Wenn kein Wasser mehr vorhanden ist, nimmt man den Topf von der Herdplatte und deckt ihn mit einem Tuch ab. Jetzt lässt man den Reis noch einmal 10 Minuten quellen.

Tipp: Wer einen Reiskocher hat, kann natürlich auch diesen benutzen und den Reis darin kochen. Genau genommen wird der Reis darin gedämpft. Somit entfallen beim Dämpfen im Reiskocher auch die Quellzeit am Anfang. Wenn ihr viel Reist esst, empfehle ich die Zubereitung mit dem Reiskocher. Der Reis wird damit immer perfekt. Nach dem Kochen muss der Reis auch hier 10 Minuten quellen.

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Nun ist der japanische Reis fertig und kann serviert werden.

Wenn ihr den Reis für Sushi verwenden wollt, muss er allerdings noch abkühlen. Füllt den Reis dazu in einen Hangari oder ein anderes hölzernes Gefäß. Es geht auch eine Auflaufform, aber kein Gefäß aus Metall. Das würde sich negativ auf den Geschmack auswirken. Mit einem Shamoji (japanischen Holzlöffel, siehe Foto) breitet man den Reis vorsichtig aus und lockert ihn vorsichtig.  Man kann auch einen anderen Holzlöffel nehmen. Diese sind besser für den Geschmack als ein Löffel aus Metall. Jetzt kann man den Reis weiterverarbeiten.

Reis ist in Japan nicht nur eine Beilage. Es ist oft eine eigenständige Hauptmahlzeit zu denen Beilagen gereicht werden. Ungekochter Reis nennt man in Japan „Kome“ 米, während gekochter Reis „Gohan“ ご飯 genannt wird. Gohan bedeuted gleichzeitig auch „eine Mahlzeit“. Kaum ein Japaner kann sich vorstellen ohne Reis zu leben. Egal was auf den Tisch kommt, eine Schale Reis wird immer dazu gereicht.   

Sarah

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28 Gedanken zu „Japanischen Reis kochen 米

  1. Ramona sagt:

    oh super danke fuer den Beitrag Sarah.Ich habe mich gewundert warum bei mir der sushireis so schleimig und waessrig wird..na dann muss ich fuer mein dienstags bento *nachmittagsschule* doch mal gleich onigiri machen ^^

  2. Ramona sagt:

    ich habs mal nach dem Rezept das auf der Packung stand gekocht..du willst das Ergebnis nicht wissen ^^ achja hab dir eine E/mail geschrieben

  3. Ramona sagt:

    oh super.ich hab vorhin das Rezept ausprobiert und er ist mir geglückt.ach wenn es deine Seite nicht gäbe ^^

  4. Sarah sagt:

    @Minh Ha Pham, vielen Dank für das Rezept, ich werde es auf jeden Fall bei Zeit ausprobieren! Ich freue mich immer sehr über neue Rezepte und Anregungen!!! 🙂

    @Ramona, sehr gut!!! Das freut mich, dass dir der Reis gelungen ist. Mit der Zeit bekommt man auch ein Gefühl dafür wann er gut ist.

  5. Ramona sagt:

    ja er war echt sehr gut.aber er schmeckt ein wenig langweilig.wie würtzt du ihn denn immer für Onigiri?

  6. Die Böse Hexe des Westens sagt:

    Ich musste eben auch sehr lange suchen, bis ich Deine Reisessigmischung wiedergefunden habe… schreib doch diese hier noch hinzu, dann muss man sich nicht durch alle Deine mit Suhsi-getaggten Beiträge klicken, so wie ich das eben gemacht habe 😉

  7. Silvia sagt:

    Liebe Sarah, vielen Dank für die genaue Beschreibung, wie man Sushireis tatsächlich zubereitet! Dank dir ist es mir endlich gelungen, und jetzt kann ich auch selbst Onigiri, Sushi und Maki zubereiten. Die Page von Casa Bento ist auch super, die kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen!
    Liebe Grüße, Silvia

  8. Sarah sagt:

    @ Hexe,
    ich habe jetzt das Mischerverhältniss für den Reisessig dem Rezept hinzugefügt. 😉

    @Silvia,
    das freut mich wenn ich mit der Beschreibung geholfen habe Sushi und Onigiri zuzubereiten. 😉 Viel Spass beim kochen und ausprobieren!

  9. Chiara sagt:

    Hallo Sarah,
    vorweg ein großes Lob an dich und deinen Blog. Per Zufall bin ich darüber gestolpert und war sofort begeistert!

    Habe gestern Abend mein erstes BENTO vorbereitet, weil du so begeistert bist von den Onigiri wollte ich diese auch probieren. Habe den Reis nach deinem Rezept gemacht – leider noch ohne Reiskocher-Hilfe und gestern Abend war der Reis von der Konsitenz her super. Ich konnte ihn hervorragend in die Förmchen pressen und wieder lösen.

    Jetzt in der Mittagspause zerfällt alles… Was hab ich FALSCH gemacht? Muss der Reis mehr „komprimiert“ werden, damit er hält oder hätte ich das Bento besser am Morgen vorbereitet?

    Bin für jede Hilfestellung dankbar!
    Viele Grüße
    Chiara

  10. Sarah sagt:

    Hallo Chiara,

    erstmal danke für dein Lob! Toll das du jetzt mit Bento anfängst.

    Zu deiner Frage. Mhmm, schwierig von hier zu sagen. Das Problem hatte ich noch nie, das er auseinander gefallen ist. Hört sich so an als ob der Reis nicht lange genug gekocht hat oder du keinen Sushi Reis sondern normalen Langkornreis benutzt hast. Hats du beim kochen des Reises auch immer den Deckel geschlossen gehalten? Das könnte auch die Ursache sein.
    Konnte ich dir denn weiterhelfen mit dem Kommentar? Eigentlich sollten die Onigiri sich auch am nächsten Tag noch halten. Ich wickel sie manchmal in Klarsichtfolie ein damit sie nicht zu sehr austrocknen.

    Beste Grüße,
    Sarah

  11. Sarah sagt:

    Ich denke schon das es funktioniert, da der Reis ja dort auch gedämpft wird. Ist halt die Frage wie viel Watt die Microwelle hat. Das Wasser muss ja zum Kochen gebracht werden. Im Prinzip müsste das auch wie ein Reiskocher/Dämpfer funktionieren.

  12. Sarah sagt:

    Du kannst Onigiri nur mit gut klebendem Reis machen. Dazu eignet sich am besten kurzkörniger Sushireis, ungesüßter Milchreis oder Patina Stäbchen Reis von Oriza – habe ich neulich im Supermarkt gesehen. Traditionell nimmt man aber den kurzkörnigen Sushireis aus diesem Rezept wie oben beschrieben und verarbeitet ihn dann weiter zu Onigiri. Dazu habe ich schon ein paar Rezepte gepostet. Schau mal unter der Suchfunktion nach oder unter den Tags. 😉

  13. winterfields sagt:

    Hallo Sarah,
    ich möcte auch Sushireis zubereiten, leider verstehe ich einige Punkte deines Rezeptes nicht:

    1) auf welche niedrigere Stufe soll man den Reis stellen?
    2) wann ungefähr steigen Blasen auf?
    3) wie merke ich dass das Wasser weg ist ohne den Deckel anzuheben?
    4) wann gebe ich den Essig dazu? wenn er noch warm ist oder bereits kühl ist?

    Vielen Dank! 🙂

  14. Sarah sagt:

    Hallo winterfields,

    1) das kommt drauf an was für einen Herd du hast. Ich habe einen Elektroherd bzw. Ceranfeld mit 9 Hitzestufen. Ich stelle den Herd auf Stufe 9 wenn ich den Reis mit dem Wasser aufsetze ca. 2-4 Minuten bis der Reis langsam anfängt zu köcheln, was deine 2. Frage beantwortet. Dann stelle ich den Herd zurück auf Stufe 3 oder 4 und lasse den Reis zu weiter köcheln. Wichtig ist, das man dabei bleibt, da das Wasser schnell anfängt zu kochen und nach oben steigt.

    3) Ich mache es immer so, das ich den Topf mit dem Glasdeckel leicht zur Seite kippe, dann sehe ich wenn noch Wasser am Boden ist. Man muss auch bedenken, dass ein bisschen Wasser beim Quellen verdunstet. Dafür bekommt man aber mit der Zeit ein Gefühl.

    4) Den Essig gibt man hinzu wenn der Reis schon ausgekühlt ist. Und nie ein Metalllöffel oder Gefäß verwenden um den Essig mit dem Reis zu vermengen.

    Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen. 🙂

  15. bebe sagt:

    Schade, dass ich diese Seite hier erst gefunden hab, als der Reis schon fast fertig war -__- natürlich ist er mir total schleimig geworden… Nächstes mal probier ich auf jedenfall diese Variante hier aus denke mal, dann wird er um einiges besser 🙂 Danke fürs bereitstellen ^_^

  16. Selina sagt:

    Hallo,

    ich hoffe du kannst mir helfen ich habe mir heute bei Lidl eine Packung „Sushi-Reis“ gekauft. Als ich ihn dann gekocht hatte war er gar nicht klebrig…(Vllt weil ich vorher vergessen hatte ihn zu waschen :/ )

    Nun wollte ich mir im Asia-Online Shop eine Packung „Shinode“ Reis bestellen wollte vorher aber wissen ober er wirklich klebrig ist.
    Ich wollte dich nun fragen ob der Reis „Stäbchen-essbar“ x) ist?

    Ich hoffe du kannst mir weiter helfen.

    LG Selina

  17. Sarah sagt:

    Hallo Selina,

    war es denn Kurzkornreis? Soweit ich weiß kleben nämlich nur diese, wie z. B. auch Milchreis. Basmati Reis ist z.B. ein Langkornreis.
    Das Waschen des Reises ist in der Tat sehr wichtig, vielleicht lag es tatsächlich daran. Das Verhältnis zwischen Wasser und Reis ist auch wichtig bzw. das der Topf / Reiskocher während des Kochens verschlossen bleibt, damit der Reis gekocht/gedämpft wird und das Wasser zieht. Nach dem Rezept von oben klappt es bei mir immer. Ich benutze übrigens oft den Shinode Sushireis oder den Sushireis von der Marke obento. Die eigenne sich sehr gut für Sushi. Ich hoffe ich konnte dir helfen!

  18. Zaikine sagt:

    Hallo Sarah!
    Vielen Dank für deine Anleitung für den Sushi-Reis!
    Endlich bin ich dazu gekommen, es auszuprobieren und sieh da – es hat wunderbar geklappt!
    Ich habe jedoch zwei fragen:
    1. Hast du bemerkt, ob die Klebrigkeit des Reisses auch von der Dauer des Waschens abhängt?
    Meine Japanisch-Lehrerin hat gesagt, dass sie den Reis immer ca. 5 Minuten unter kaltem Wasser in einem Sieb durchwäscht. Dies habe ich auch gemacht und der Reis ist sehr locker geworden. Aber der ist immer noch klebrig, ich hoffe es wird später nicht auseinanderfallen.
    2. Schmeckt dein Reis ehe süß oder sauer?
    Ich habe heute Mirin erwischt, der sehr süß und dickflüssig wie ein Sirup ist. Beim würzen habe ich ihn mit normalen Reisessig und Salz vermischt.
    Ich mag eigentlich wenn der Reis sauer schmeckt, aber ich habe auch schon mal einen süßlichen Reis gegessen.

    Ich danke noch mal für deine Rezepte und für dein Blog! Der ist märchenhaft!

  19. Sarah sagt:

    Hallo Zaikine,

    das freut mich wenn dir der Reis gelungen ist! Zu deinen Fragen:

    Wie du denn Reis wäschst, beeinflusst auf jeden Fall die Konsistenz des Reises. Ich mag ihn nicht so locker für Sushi und auch sonst etwas klebriger. Wenn du den Reis länger wäschst, geht mehr Stärke ab. Ich wasche den Reis immer in 3-4 Durchgängen mit Wasser. Das dauert ca. 2 Minuten bei mir. Wenn du ihn weniger Klebrig magst, kannst du den Reis natürlich länger waschen. Nicht zuletzt ist jeder Reis je nach Marke verschieden. Ich habe bis jetzt 3-4 Sorten ausprobiert und nur in Nuancen festgestellt, dass sie sich unterscheiden.

    Zu deiner zweiten Frage. Ja Mirin kenne ich vor allem zum kochen von Tofu und Fleisch, aber ich habe noch nie süßen Sushireis damit probiert. Ich glaube mir persönlich wäre das zu süß. ich mag auch kein süßes Omlette. Aber wenn es dir schmeckt, warum nicht auch so den Reis würzen. 🙂

    Danke übrigens für das liebe Lob! ich freue mich immer sehr wenn ich positives oder auch konstruktives Feedback bekomme!

  20. Monika sagt:

    Also ich bin ja faul, deswegen mach ich meinen Reis in der Mikrowelle. Das geht schnell, es brennt nichts an und der Reis wird perfekt. Es gibt extra Mikrowellenreiskocher, die super funktionieren.

    Ich nehme 1 Tasse Reis, wasche ihn, dann mit 1, 1/2 Tassen Wasser für 14 1/2 Minuten in die Welle, noch 5 bis 10 Minuten quellen lassen, fertig. Bei der Zeit muss man exwas experimentieren, denn jede Mikrowelle ist anders.

    Deine Rezepte sind wirklich lecker und einfach nach zu kochen, danke dafür.

  21. Sarah sagt:

    Danke für den Tipp, Monika. Ich kenne nur den fertig vorgekochten Reis für die Mikrowelle. Den „rohen“ Reis darin zuzubereiten habe ich mich nie getraut. Ich werde das Mikrowellenrezept auf jeden Fall ausprobieren.

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