Hina Matsuri 雛祭り

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Das Hina Matsuri (Puppenfest) wird jedes Jahr am 3. März gefeiert. Es wird auch Mädchenfest genannt, da man zu diesem Fest mehrere Puppen aufstellt, die den Kaiser und die Kaiserin sowie diverse Diener und Musiker darstellen sollen. Beliebt ist an Hina Matsuri auch das Chirashi Sushi bzw. Sushi Cake.

Wer vergisst die Puppen zum 4. März wieder weg zu räumen …

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… der wird in diesem Jahr nicht heiraten, heißt es zumindest in einer Legende. Zum Hina Matsuri ist es Brauch, dass die Mädchen jeder Familie einen Satz traditioneller Puppen aufstellt. Meine Püppchen sind aus Pappmasché. Hier sehr ihr Fotos der Hina Matsuri Puppen. Sie sind größer und in Kimonos gekleidet

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By alainkun, flickr user opencontent – http://flickr.com/photos/davidwiley/393606590/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181661

Es gibt sogar eine bestimmte Reihenfolge in der die Puppen auf eine Art Treppe aufgestellt werden:

  • 1. Reihe, der Kaiser und die Kaiserin auch O-Dairi-sama (お内裏さま) und  O-Hina-sama (お雛さま) genannt
  • 2. Reihe, die drei Hofdamen (teilweise mit Sake in den Händen)
  • 3. Reihe, die Musiker mit Musikinstrumenten
  • alle Ebenen darunter, stehen Miniaturmöbel, Wägen, manchmal auch ein paar Minister

Die mit einem roten Tuch überzogene Plattform nennt man übrigens  Hi-mōsen (緋毛氈).

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In dem kleinen Fischerdorf Chiba werden sogar Tausende Puppen am Hina Matsuri aufgestellt. Zu dieser Zeit blüht in Japan übrigens die Pfirsichblüte. Daher habe ich diesen Motiv in den folgenden Speisen aufgegriffen.

Heute gibt es sushi kuchen

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An Hina Matsuri wird gerne Chirashi Sushi gegessen. Chirashi Sushi bedeutet so viel wie Streu Sushi. Hier habe ich bereits letztes Jahr ein Rezept dazu veröffentlicht.

Chirashi Sushi besteht wie alle anderen Sushi Varianten aus gesäuerten kalten Reis. Hierbei wird der Reis allerdings in einer Schale serviert und die Zutaten darüber gegeben („gestreut“).  Ich habe Naruto Maki (Fischkuchen, mit dem rosa Wirbel), Edamame (junge Sojabohnen, Räuchertofu, kleingeschnittenes Omelette, Eismeer Krabben und Gurke verwendet. Die kleine rote Pfirsichblume habe ich aus einer Tomate ausgestochen.

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Beliebt ist es auch das Chirashi Sushi in eine Art Kuchen oder auch Quader zu formen. Hierfür habe ich einfach den Reis in eine Schale gegeben, etwas Tofustückchen und Omelette in den Reis gegeben, das ganze festgedrückt und auf einen Teller gestürzt.

Hierbei könnt ihr sehr kreativ werden und euren Kuchen nach belieben verzieren. Schaut mal was für schöne „Sushi Cakes“ daraus schon entstanden sind! 

amazake, Reiscracker und Reiskuchen

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Ein beliebtes Getränk an Hina Matsuri ist Amazake. Dieses Getränk habe ich bereits hier schon einmal vorgestellt. Amazake ist ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Sake und schmeckt leicht süß. Der Alkoholgehalt ist sehr gering. Amazake trinkt man warm mit etwas geriebenen Ingwer, als Kontrast zur Süße.

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Amazake kann man im Internet (z. B. Makrobiotik Versand) bestellen. Nach dem öffnen sollte man Amazake zügig aufbrauchen. Man kann Amazake auch für Smoothies oder zum Backen verwenden.

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Außerdem werden noch kleine Reiscracker namens Arare gegessen. Arare sind im Gegensatz zu den größeren runden Reiscrackern (Senbai) klein und mit Nüssen gefüllt. Zum Hina Matsuri werden sie weiß, grün, gelb und rosa gefärbt.

Hishimochi

Diese Farben (grün-weiß-rot) findet man auch in dem Reiskuchen (Hishimochi) wieder der gerne an Hina Matsuri gegessen wird. Er wird diamantförmig geschnitten und besteht aus gefärbten Mochi.

Sarah

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7 Gedanken zu „Hina Matsuri 雛祭り

  1. Silvia Moor sagt:

    Liebe Sarah,

    Wieder ein echt toller und sehr interessanter Beitrag! Von diesem Fest hatte ich bisher noch gar nichts gehört, die Fotos dazu sehen richtig gut aus, besonders die unendlich vielen Puppen in Chiba! Und die Verbindung mit der Pfirsichblüte finde ich besonders interessant.

    Wir haben ja auch sehr viele Feste in der europäischen Kultur, allerdings würde mich interessieren, ob die japanischen Feste intensiver „gelebt“ werden als bei uns, oder ob auch so vieles wie in Europa – leider – im Kommerz untergeht? Das Puppenfest klingt jedenfalls sehr exotisch, und die passenden Gerichte dazu machen mich gleich hungrig.

    Liebe Grüße!

  2. kissen sagt:

    Deine Püppchen sind ja süß! 😀
    Ich hab leider keine, aber ich wüsste auch gar nicht, wo ich die aufstellen würde.

    Dein Sushi cake sieht wirklich toll aus!

  3. kumiko sagt:

    liebe Sarah,
    wow… Kompliment aus Japan.
    Ich hätte auch ein „HINA NINGYO“ aufstellen sollen, aber ich habe total vergessen…!
    Du hast „HINA NINGYO“ und noch dazu „schönen Sushi“… uh.. Kompliment!
    LG, Kumiko

  4. Sarah sagt:

    Liebe Silvia,

    danke für dein Feedback. Die Puppen in Chiba finde ich auch sehr beeindruckend. Die Pfirsichblüte finde ich persönlich, als Motiv fast noch schöner als das Sakura-Motiv. Mir ist erst am Hina Matsuri aufgefallen, das ich einige japanische Gegenstände (Furoshiki, Ausstecher, Becher) besitze mit diesem Motiv.

    Ich denke, dass die Feste wie Valentinstag und Weihnachten in Japan stark kommerzlastig sind, da diese Feiertage auch durch die Medien in Japan bekannt geworden sind. Natürlich hatte die Verbreitung dieser Feiertage auch zum Zweck den Konsum von Lebensmitteln und Geschenkartikeln zu steigern. Beim Hina Matsuri habe ich gelesen, dass dieser Tag für die Mädchen in Japan einen ähnlichen Stellenwert hat wie der Geburtstag. Für viele ist es eine der wenigen Gelegenheiten einen Kimono zu tragen. Dieser Tag scheint doch recht feierlich zu sein und wird wohl von den meisten japanischen Familien zelebriert.

    Liebe Grüße, Sarah

    @Kissen, bei uns stehen die Püppchen neben unserem Daruma auf der Fensterbank. 🙂 Danke, der Sushi Cake war auch sehr lecker, und schneller zuzubereiten als die Maki.

    Liebe Kumiko,

    naja, ich habe nur die zwei kleinen Püppchen aus Pappmaché. Die Originale aus Japan sind wesentlich größer, oder? 😉 Danke für den Kompliment!

    Sonnige Grüße nach Japan aus Friedrichshafen,
    Sarah

  5. Silvia Moor sagt:

    Liebe Sarah,

    danke für deine nette Antwort! Ich glaube, ich neige dazu, andere Kulturen manchmal ein wenig zu glorifizieren, weshalb ich mir einfach wünschen würde, dass irgendwo noch Kulturen existieren, deren Feste nicht so kommerziell sind wie unsere. Den Gedanken, dass für japanische Mädchen Hina Matsuri genauso wichtig wie ihr Geburtstag ist, finde ich daher einfach schön. Allerdings ist Japan ein hoch industrialisiertes Land, also gehört Kommerz vermutlich genauso dazu wie bei uns. Und auch wir schaffen es ja, uns unsere Feste dennoch schön zu gestalten. 🙂

    Ich war übers Wochenende übrigens in Madrid und habe gerade – inspiriert durch deinen Blog – auch einen Blog darüber gemacht. Falls du kurz schauen möchtest:

    http://mereshadowsinthewater.blogspot.co.at/

    Liebe Grüße, Silvia

  6. Sarah sagt:

    Liebe Silvia,

    naja, Japan ist ja auch ein Industrieland, weswegen die Wirtschaft dort auch eine große Rolle spielt und wenn man den Youtube Videos glaubt, dann konsumieren die Japaner sehr gerne. 🙂 Aber nach dem was ich bis jetzt weiß, finde ich, dass Japan es trotz der Industrialisierung sehr gut geschafft hat seine Kultur zu integrieren. Man muss nur suchen, dann findet man sie auch. Ich denke, aber das die kommende Generation vielleicht nicht so stark Shintoistische und Buddhistische Bräuche lebt wie ihre Elterngeneration, also mit einem Hausschrein oder Speisen wie Osechi Ryori zubereitet. Das meiste gibt es ja zu kaufen und da viele Japaner lange arbeiten bleibt oft nicht so viel Zeit für Rituale oder Feste, wenn es keine Feiertage sind. Das ist aber nur meine Vermutung.

    Falls ich nach Japan reisen sollte, wird der Kommerz auf jeden Fall nur einen kleinen Teil ausmachen, da ich wahrscheinlich von den Geschäften in den Städten überfordert sein werde. Ich würde gerne den Fuji-san besteigen und mir Kyoto sowie die historischen Dörfer Shirakawa-go oder auch Gujo Hachiman (Watercity) ansehen. Ich denke das man an diesen Orten eher das traditionelle Japan mit weniger Kommerz kennenlernt. Eine Übernachtung im Ryokan im Kimono wäre natürlich auch ein Traum. Und natürlich darf die Reise kulinarisch auch nicht zu kurz kommen. 🙂

    Danke für deinen Blog Link. Du bist ja viel in Europa rum gekommen. 🙂 Ein Blog mit vielen persönlichen Fotos. Wenn ich die Fotos von Madrid sehe, freue ich mich schon auf die Kirsch- bzw. Apfelblüte am Bodensee. Wenn ich mich nicht irre warst du noch nicht in Japan, oder? Davon würde ich natürlich gerne einen Reisebericht sehen.

    Liebe Grüße,
    Sarah

  7. Silvia Moor sagt:

    LIebe Sarah,

    Reisen ist wirklich ein großes Hobby von mir – aber leider, nach Japan habe ich es noch nicht geschafft. Meine Schwägerin hat mal angesprochen, dass sie gerne mit mir hinfahren würde, aber letztendlich haben wir dann doch kaum Kontakt, da sie in der Schweiz lebt und dort mit ihrem japanischen Verein sehr beschäftigt ist. Ich kann es gut verstehen, sie spricht nicht so gut Deutsch, also ist Kommunikation auf Japanisch sicher viel einfacher – außerdem, wie schon öfter beobachtet, haben Japaner (leider) oft lieber Kontakt zueinander als mit Nicht-Japanern. Aber dafür halten sie auch ihre Traditionen hoch, integrieren aber auch gerne Neues! Eine wirklich faszinierende Kultur…

    Bei einer Japanreise müßte ich sehr aufpassen, dass ich mich vom Kommerz, der in Japan natürlich allgegenwärtig ist – die Menschen gehen gerne shoppen, und viele Japaner haben ja auch das Geld dazu 🙂 – nicht „erdrücken“ lassen würde. Vor meinem geistigen Auge sehe ich immer das romantische, alte Japan, Tempel, Kirschblüte, bunte Kimonos, innere Einkehr am Weg zum Mount Fuji, aber vermutlich muß man das teilweise auch bewußt suchen. (Eben so wie in Wien, wo man sich Walzerklänge und Schloß Schönbrunn erwartet.)

    Und zweifellos ist Japan auch sehr teuer. Also wenn ich mal viel Geld haben sollte, dann ist die Reise praktisch schon gebucht! 🙂

    Liebe Grüße, Silvia

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