Amazake 甘酒

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Jetzt wo es draußen kälter wird kuschelt man sich am liebsten zu Hause mit einem warmen Getränk auf das Sofa. In Japan trinkt man in der Herbst- und Winterzeit  gerne Amazake. Ich habe vor ein paar Tagen Amazake selber zubereitet und damit auch ein paar Rezepte ausprobiert.


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Was ist Amazake eigentlich?

Amazake ist ein süßer Reisbrei der mit Wasser bis zum Siedepunkt aufgekocht wird. Man trinkt ihn heiß mit etwas geriebenen Ingwer. Amazake entsteht Mithilfe des Koji Pilzes durch das Fermentieren von Vollkornreis. Koji wird auch bei der Fermentation von Miso, Sojasauce und Sake benutzt.

Amazake bedeuted übersetzt süßer Sake. Die Enzyme des Koji-Pilzes zerlegen die Stärke des Reises in Zucker. Der Reisbrei enthält im Gegensatz zu Sake aber keinen Alkohol (oder nur wenig). Ich habe Amazake beim Makrobiotikversand bestellt.

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Es gibt dort sogar verschiedene Sorten Amazake, sogar Hirse Amazake. Ich habe mich für Reis-Amazake der Marke Muso entschieden.

Zubereitung:

Die Zubereitung ist sehr einfach. Man gibt ca. 3 EL Amazake in einen Topf mit 300 ml Wasser und kocht diesen bis zum Siedepunkt auf. Vermengt den Reisbrei gut und serviert ihn heiß. Amazake ist recht süß, je nach dem wie viel ihr nehmt. Ich mag es nicht zu süß, aber ihr könnt auch 4-5 EL auf 300ml Wasser geben, wenn ihr euren Amazake süßer mögt.

Damit der Geschmack nicht zu einseitig ist, gibt man noch etwas geriebenen Ingwer in das Getränk. Die leichte Schärfe passt sehr gut zu der milden Süße des Reisbreis.

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Amazake enthält keine weiteren Konservierungs- oder Süßungsmittel. Er ist dafür recht nahrhaft und ähnlich wie Misosuppe senkt sich der Brei nach kurzer Zeit am Boden der Tasse ab. 🙂 Ich beobachte dieses Phänomen sehr gerne.

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Amazake wird traditionell am 3. März zum Puppenfest (Hina Matsuri) gereicht. Aber auch an Neujahr wird es an Shinto-Schreinen ausgeschenkt.

20151013-DSCF5168Saftige Mushi-Pan (Frischkäse Muffins) mit Amazake verfeinert.

Ähnlich wie Matcha, kann man Amazake auch zum Verfeinern beim Backen verwenden. Ich habe Purin und Mushi-Pan mit Amazake ausprobiert.

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Purin (japanischer Milchpudding ohne Ei) verfeinert mit Amazake.

Das Purin hat mir sehr gut geschmeckt! Beim Mushi-Pan hat man den Amazake nur wenig heraus geschmeckt. Wenn man die Menge an Amazake erhöht kann man ihn geschmacklich vielleicht noch intensivieren. Dafür ist das Mushi-Pan schön saftig geworden.

Rezept für Mushi-Pan mit Amazake:

  • 100g Frischkäse
  • 2 EL Sake
  • 2 EL Sahne
  • 4 Eier
  • 50g Zucker
  • 100g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 4 EL Amazake (ggf. etwas mehr)

Den Frischkäse mit dem Sake vermengen und für 20 Sekunden bei 500 Watt in die Mikrowelle geben. Nochmals durchrühren und die Sahne und die Amazake dazugeben. Alles mit einem Rührbesen vermengen.

In einer zweiten Schüssel Zucker und Eier mischen. Mehl und Backpulver hinzugeben und glatt rühren und mit der Frischkäsemischung vermengen.

Ich gebe den Teig in Tassen die ich vorher mit etwas zerknüllten Backpapier ausgelegt habe. Dadurch bekommen die Mushi Pan ihre charakteristische Form. Ihr könnt aber auch Silikonförmchen nehmen. Den Teig bei 150 Watt in der Mikrowelle 5 Minuten lang dämpfen. Danach noch mal 1,30 Minuten bei 500 Watt dämpfen. Wenn die Mushi Pan noch etwas flüssig sind, gebt sie noch einmal kurz in die Mikrowelle bis sie gar sind. Passt aber auf, dass sie nicht zu trocken werden.

Es kann sein, dass man noch vereinzelt auf kleine Reiskörner beißt die im Amazake enthalten sind. Generell sind die Mushi-Pan aber sehr saftig und lecker. Als Topping eignet sich der Amazake aber nicht. Dazu ist er zu breiig und süß. Man kann aber noch etwas Erdnussbutter auf die warmen Mushi-Pan geben. 🙂

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Rezept für Purin mit Amazake:

  • 250ml Mandelmilch
  • 100ml Sahne
  • 25g Zucker
  • 3 EL Amazake
  • 2 TL Agar Agar
  • Optional: Obst, Agavendicksaft

Als erstes die Milch mit der Sahne und dem Zucker aufkochen. Wenn alles kocht, stellt ihr den Herd aus und gebt den Amazake hinzugeben, sowie das Agar Agar. Gut umrühren bis sich alles aufgelöst hat. Lasst die Masse nun abkühlen. Das Ganze gebt ihr dann vorsichtig in zwei bis drei Gläser. Diese stellt ihr dann ca. 30 Minuten im Kühlschrank.

Den Purin löst ihr am besten mit einem Messer vorsichtig aus dem Glas und stürzt ihn auf einen Teller. Dekoriert den Purin nach belieben mit Früchten. Ich habe noch etwas Agavendicksaft darüber gegeben. Die Konsistenz ist seidig cremig und leicht. Man schmeckt deutlich das Amazake heraus. Auch hier können noch kleine Reiskörner dazwischen sein, die mich aber nicht weiter gestört haben.

 

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Das Purin hat mich Geschmacklich zwar überzeugt, aber gerade wenn es draußen nass und kalt ist, schmeckt mir der Amazake warm am besten. Gerade mit dem Ingwer wird einem schnell warm und wohlig. Wenn er nicht so teuer wäre (ca. 4-5 Euro pro 300g) würde ich ihn jede Woche trinken. Leider war meine Packung innerhalb von 4 Tagen aufgebraucht.

Viele Amazake halten sich nach dem Anbruch aber ohnehin nur ein paar Tage im Kühlschrank. Aber es sollte wie gesagt kein Problem sein ihn innerhalb der Haltbarkeit zu trinken. 😉

Sarah

 

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